Kinderbetreuung in Kitas zur Chefsache machen

Kinderbetreuung in Kitas zur Chefsache machen

Cenk Gönül fordert konkrete Konzepte, um offene Erzieherstellen zu besetzen

Reichelsheim, 5. August 2020: Die lückenlose und fachlich qualifizierte Kinderbetreuung ist ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Entwicklung für Reichelsheim. Nur so lassen sich Beruf und Familie für Frauen und Männer gleichermaßen vereinbaren. Und doch nimmt der Erziehermangel in Reichelsheim, so Bürgermeisterkandidat Cenk Gönül, immer größere Ausmaße an. Schon jetzt ist jede fünfte Stelle in den städtischen Kindertagesstätten nicht besetzt. Hinzu kommt der konsequente Ausbau der Kitaangebote, der trotz der zwei in Planung befindlichen Neubauten, in der Umsetzung an seine Grenzen stößt.

„Um mehr Betreuungsplätze, eine gute Kitaqualität und den Ausbau der Ganztagesbetreuung für Grundschulkinder sicherzustellen, brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher“, fordert Gönül. „Der Fachkräftebedarf wird weiter steigen. Den Grundstein für eine hohe Qualifikation und Bildungsgleichheit legen wir mit der Frühförderung im Kindergarten.“ Gut ausgebildetes und motiviertes pädagogisches Personal sowie ein kindgerechter Personalschlüssel seien eine weitere, wichtige Stellschraube.

Cenk Gönül (Links) Tobias Schnell mit Kind und Lebensgefährtin Carina Kubla vor dem im Baubefindlichen Dorn Assenheimer Kindergarten Fotos: Kai Bahndorf

Anreize für den Erzieherberuf schaffen

Zukünftig müsse Reichelsheim als Arbeitgeber für Erzieherinnen und Erzieher in den Kitas attraktiver werden. „Die Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher entspricht nicht den Ansprüchen, die an diesen Beruf gestellt werden“, so Gönül. „Und noch immer gibt es weder eine Ausbildungsvergütung noch einen Bafög für jene, die diesen Beruf ergreifen wollen.“ Die vom hessischen Kultusministerium im Zuge des neuen „Gute Kita Gesetzes“ beschlossenen, hessenweiten 200 Plätze für ein Duales Studium sind seiner Ansicht nach nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Für Gönül ist es unabdingbar den Erzieherberuf aufzuwerten, damit seine Qualität verbessert und er attraktiver wird für junge Berufseinsteiger. Dabei unterstützt er als Bürgermeisterkandidat ausdrücklich die Einstufung der Kindergartenangestellten in der gleichen Besoldungsgruppe nach der auch Grundschullehrer vergütet werden. Hinzu komme eine bundesweit kostenfreie Ausbildung, eine angemessene Ausbildungsvergütung sowie Renten- und Sozialversicherungspflicht für alle Ausbildungsgänge. Zudem dürften die unterschiedlichen Zugangswege in den Beruf keine Absenkung des Qualifikationsniveaus nach sich ziehen.

 

Eltern mit der Betreuung seit Corona am Limit

Darüber hinaus fordert Gönül eine koordinierte Abstimmung der Kita-Schließzeiten in Reichelsheim ein. Angesichts der schwierigen Betreuungssituation, besonders in der aktuellen Coronazeit, könne es nicht sein, dass die Kitas in den Ferien zeitgleich geschlossen seien. Viele Familien hätten in den vergangenen Wochen die Betreuung ihres Nachwuchses nur unter größten Anstrengungen gewährleisten können. Nun auch noch die Ferien zu überbrücken, übersteige die Leistungsfähigkeit einiger Familien.

Ausdrücklich begrüßt Gönül den geplanten Aus- und Neubau der Kindertagesstätten in Reichelsheim und Dorn-Assenheim. Gerade beim Neubauprojekt in Reichelsheim weist er jedoch auf die Standortfrage hin. Der bisher geplante Standort sei aus seiner Sicht nicht optimal, werde doch mit dem 4500 m2 großen Waldstück der einzig verbliebene zusammenhängende Waldbestand in der Stadtmitte abgeholzt. Und dies obwohl es mit dem alten Sportplatz oder dem Festplatz durchaus sinnvolle Alternativen gäbe.

 

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