Caravaning-Branche vor Problemen

Caravaning-Branche vor Problemen

Ortstermin gemeinsam mit Roland Berg (Landesvorsitzender Freie Wähler) sowie Ute und Matthias Ertl (UWG Freie Wähler Friedberg) in Friedberg: Vor einem nahezu leeren Hof begrüßt uns Inhaber Andreas Bächle bei Engel Caravaning Frankfurt. Durch die Corona-Pandemie hat der Markt für Camping & Caravaning einen Absatzaufschwung erhalten.

Probleme bereiten ihm jedoch die immensen Lieferschwierigkeiten, unter denen nicht nur seine Branche leidet. Erst der mehrwöchige Stau vor dem Suezkanal und nun ein Coronaausbruch in der südchinesischen Provinz Guangdong sprengen aktuell die weltweiten Lieferketten. So kommen gerade in der Hauptsaison sowohl Neuauslieferungen als auch Reparaturen und Umbauten wegen fehlender Ersatzteile ins Stocken.

Sorgen macht sich die Branche auch wegen der mangelnden Transparenz der Politik hinsichtlich des Klimawandels. Ein generelles Verbot von Verbrenner-Fahrzeugen ist gerade bei Campingmobilen und Caravans in naher Zukunft nicht umsetzbar. Die Fahrzeuge, die ja heute zu einem großen Teil schon strom- und solarbetrieben sind, benötigen eine dezidierte Infrastruktur, die vielerorts jedoch nicht vorhanden ist. So bricht die Kapazität von Ladestationen häufig zusammen, wenn zwei Wohnmobile gleichzeitig angeschlossen sind.

Hier besteht dringend Nachholbedarf, wenn wir in Deutschland auf nachhaltigen Tourismus setzen wollen. Denn beim Urlaub mit Reisemobil oder Caravan werden vor allem gegenüber Flugreisen und Hotelübernachtungen weniger klimaschädliche Emissionen freigesetzt, zeigt eine Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu). Gerade die Wetterau mit Kurorten wie Bad Nauheim, Bad Salzhausen und Bad Vilbel sowie der Keltenwelt in Glauburg, die nun zum Weltkulturerbe zählt, bietet sich hierfür ideal an. Auch im Hinblick auf die Landesgartenschau 2027 in Oberhessen sollten wir daher für eine verbesserte Infrastruktur mit mehr „grünen“ Ladestationen sowie einer größeren Anzahl von Camping- und Stellplätzen sorgen.